Auszeit
Von Pause bis Urlaub, wie Auszeiten im Alltag gelingen?
Auszeit ist ein natürlicher Bestandteil eines gelungenen Lebens, wo Erholung und Regeneration darin selbstverständlich sind. Somit ist die Frage im Alltag: wie gestalte ich mein Leben, wo Auszeiten darin selbstverständlich ihren Platz haben? Dabei können wir zwischen verschiedenen Formen von Auszeiten unterscheiden: die täglichen kleinen Auszeiten, wie Pausen, um das aktive Tun zu unterbrechen oder einige Stunden zum Abschalten. Dann die mittleren wöchentlichen Auszeiten, wie ein erholsamer freier Tag zum Regenerieren oder ein Wochenende zum Auftanken. Und die großen jährlichen Auszeiten, wie ein oder mehrere Wochen Urlaub. Eine Auszeit dient generell mal der Erholung und der Regeneration. Wichtig ist dabei festzuhalten, dass Freizeit nicht gleich Erholung ist. Erholung stellt sich erst ein, wenn wir aus unserem gewohnten „Muss-Tun“ Aktivitätsmodus aussteigen und Körper und Geist die Gelegenheit geben, abzuschalten und loszulassen. Auszeit ist kein Luxus, sondern ein natürlicher Teil eines gesunden Lebensstils. Die folgenden Fragestellungen hier dienen als eine tiefe Betrachtung des Themas Auszeit und geben unterschiedliche Impulse, um Auszeiten in den eigenen Alltag gekonnt und gelungen zu integrieren.1. Wofür brauchen wir eine Auszeit?
Wir brauchen Auszeiten, um Aktivität, Leistungserbringung, Aufmerksamkeitsfokussierung und Anspannung zu unterbrechen, und damit in den Ruhemodus, in die Erholungsphase und Regeneration zu wechseln. Hier die wesentliche Gründe, wofür wir eine Auszeit brauchen:□ Den Körper mit Energie zu füllen. Anspannungen lösen, regenerieren und Kraft zu tanken. Damit die Leistungsfähigkeit des Körpers zu erhalten.
□ Den Geist freizubekommen, um wieder klarer denken zu können. Unser Gehirn braucht Zeiten, um alles zu verarbeiten und zu ordnen. Damit die Konzentrationsfähigkeit zu erneuern.
□ Emotionales Wohlbefinden und Ausgeglichenheit zu stärken. Damit die Selbstfürsorge für die seelische Balance zu fördern, um zu spüren, wie es uns geht und was wir brauchen.
□ Die eigene Gesundheit langfristig zu erhalten und das Immunsystem zu unterstützen.
□ Die Lebensqualität steigern, damit Freude wieder zurückkehren kann. Das Leben ist mehr als nur Erledigungen. Platz für Genuss und Erlebnisse zu schaffen.
Wofür brauchst du eine Auszeit? Was ist dein Bedürfnis dahinter?
2. Wovon brauchen wir eine Auszeit?
Das ist die entscheidende Frage, um eine Auszeit richtig zu gestalten. Wovon brauche ich gerade einen Abstand, was ist gerade zu viel? Was kostet gerade viel Energie und macht uns müde? Wovon brauchen wir gerade eine Entlastung? Einige mögliche Antworten dazu:□ Auszeit von Denken: geistige Arbeit, Konzentration, Aufmerksamkeit, Gehirn auf Hochtouren.
□ Auszeit von Leistung: tun, erledigen, schaffen, noch „das“ unterbringen.
□ Auszeit von Verantwortung: planen, entscheiden, organisieren, kümmern. Oft verbunden mit Zuständigkeiten in beruflichen oder privaten Rollen.
□ Auszeit von Erreichbarkeit: Handy, E-Mail, reagieren und antworten müssen.
□ Auszeit von Informationsflut: Nachrichten, Werbung, Social Media, Podcast, Fernseher.
□ Auszeit von Lärm und Reizen: Lärm, Verkehr, zu viele Menschen, laute Umgebung.
□ Auszeit von Zeitdruck: Termine, schnell-schnell tun, vieles in kurzer Zeit erledigen.
Manchmal ist es eine Kombination aus mehreren Aspekten, wovon man Abstand benötigt, welche sich zu einem „Muss-Tun“ Aktivitätsmodus zusammensammeln. Dabei ist einfach das Bedürfnis nach einer zweckfreien Zeit ohne Do-To-Liste und ohne etwas tun zu müssen spürbar. Wovon brauchst du eine Auszeit bzw. Abstand, was ist gerade zu viel? Wovon bist du müde? Wo brauchst du gerade eine Entlastung?
3. In welche Auszeit Fallen tappen wir?
Die Frage dabei ist, warum Auszeit und Pause nicht funktionieren, in welche Fallen tappen wir? Manchen Menschen tun sich schwer abzuschalten und das Beschäftigtsein loszulassen. Anbei einige mögliche Fallen, welche eine echte Auszeit und eine richtige Pause verhindern:□ Aus der Pause ein kleines Arbeitsprojekt machen. Im Homeoffice in der Mittagspause schnell noch die Küche aufräumen oder die Wäsche machen. Das ist keine echte Pause.
□ Die freie Zeit muss sich lohnen, den freien Tag sinnvoll ausnutzen. Man möchte die Zeit nicht verschwenden. Daher wird der Tag mit Aktivitäten befüllt, die Regeneration bleibt auf der Strecke.
□ Der Gedanke „Erst die Arbeit, dann die Erholung“. Das Problem die Arbeit geht nie aus, und Erholung kommt selten dran.
□ Erholung durch Ablenkung und Unterhaltung zu verwechseln. Nach einem intensiven Tag mal eine Stunde abschalten durch Handy scrollen. Der Gehirn arbeitet dabei weiter, Erholung stellt sich nicht ein.
□ Aus dem Urlaub ein Projekt mit vollem Terminkalender durch Besichtigungen und Ausflügen machen. Erholung im Urlaub stellt sich nicht ein. Der Terminkalender mit zu viel Programm ist wie ein Arbeitstag durchgetaktet, keine Auszeit.
□ Urlaub zuhause als Aufholzeit. Man möchte den zuhause Urlaub nutzen, um endlich alles zu erledigen, was zuhause liegen geblieben ist. Der Urlaub endet mit einem Gefühl von Arbeit und nicht mit einem Gefühl von Erholung.
□ Jetzt Urlaub und jetzt abschalten. Das klappt nicht. Das Nervensystem auf Knopfdruck von Dauerbereitschaft auf Ruhe umschalten, funktioniert meist nicht. Entspannung braucht eine Übergangsphase, einen Tag um langsam runterzukommen.
□ Körper in der Auszeit, Gedanken in der Zukunft, was alles erledigt werden muss. Genießen und Abschalten im Hier und Jetzt findet nicht statt.
□ Arbeit, Arbeit und Arbeit bis zur völligen Erschöpfung. Erholung auf den großen Urlaub zu verschieben.
□ Ständige berufliche Erreichbarkeit: ob in der Freizeit, am Wochenende oder sogar im Urlaub immer erreichbar für die Arbeit. Abschalten und Loslassen sind nicht möglich.
In welche Auszeit Falle tappst du manchmal? Wie verhinderst du erfolgreich eine echte Pause oder Auszeit zu erleben?
4. Welche Einstellung ist für eine gelungene Auszeit wertvoll?
Bei der Auszeit ist die richtige Haltung viel wichtiger als eine perfekte Pausentechnik. Man kann sich eine schöne Auszeit vornehmen und dann innerlich weitermachen. Manchmal kommt es sogar im Urlaub gar nicht zur Erholung. Auf die innere Einstellung kommt es an, damit in der Auszeit die Erholung und die Ruhe einkehren kann. Die Kunst der Auszeit ist Vertrauen auf: „Die Welt darf sich eine Weile ohne mein Zutun weiterdrehen.“ Die Welt wird nicht untergehen, wenn ich auf Auszeit und Pause bin, und mal nichts tue. In diesem Vertrauen kann ein Loslassen stattfinden. Hier einige unterstützende Haltung für die Auszeit:□ Auszeit ist kein Luxus, sondern ein natürlicher Teil eines gesunden Lebensrhythmus. Ich darf Pause machen, auch wenn noch nicht alles erledigt ist. Wenn wir drauf warten, dass alles erledigt ist, dann kommt die Pause nie.
□ Erholung ist für meine Gesundheit und Leistungsfähigkeit wichtig. Ich muss es mir nicht verdienen. Ich darf mich ausruhen, auch wenn ich noch nicht alles geschafft habe.
□ Pause ist einfach nur Pause. Ich muss nicht jede Minute sinnvoll nutzen. In der Pause darf ich nichts tun, einfach nur dasitzen und Kaffee trinken.
□ Sich selbst die Erlaubnis geben, frei zu sein: Ich darf jetzt loslassen, zumindest vorübergehend. Ich brauche jetzt nichts tun und nichts erreichen. Nichts braucht jetzt meine Aufkerksamkeit.
□ Ich darf zur Ruhe kommen, so wie es mir gerade möglich ist. Ich muss nicht perfekt meditieren, richtig atmen und achtsam sein.
□ Jetzt bin ich dran. Alles andere darf warten. Was wichtig ist, wird auf mich warten. Die Arbeit wird nicht davonlaufen. Nach der Pause oder Auszeit ist noch alles möglich zu tun.
□ Haltung: Pause ist Selbstfürsorge. Freier Tag ist Regeneration. Urlaub ist Abstand vom gewohnten Leben.
Welchen inneren gedanklichen Wechsel brauchst du, um in eine echte Pause und Auszeit zu wechseln? Welcher innerer Satz oder Haltung hilft dir dabei, eine echte Auszeit und Pause zu erfahren?
5. Welche Formen von Auszeiten gibt es, um diese in den Alltag zu intergieren?
Wir können zwischen verschieden Formen von Auszeiten unterscheiden:□ Micro Auszeiten: mehrmals täglich, 10 bis 20 Minuten Pause, alle 90 bis 120 Minuten, dient als Unterbrechung der Aktivität.
□ Eine echte Pause, die Verschnaufstunde: täglich, 30 bis 60 Min als Pause zur Mittagszeit ohne Erledigungen, und nach der Arbeit ohne Handy.
□ Ein Auszeit Fenster im Kalender: wöchentlich, mehrere Stunden, halber Tag oder ganzer Tag frei. Eine nicht verplante Zeit, ohne To-Do-Liste, ohne Verpflichtungen, auch um aus einer Rolle auszusteigen. Wichtig: bewusste Leerräume schaffen.
□ Das Auszeit Wochenende: monatlich bzw. regelmäßig, Tage oder ein Wochenende frei, um aufzutanken.
□ Die große Auszeit, der Urlaub: mehrmals jährlich, ein oder mehrere Wochen für eine längere Erholung, wo Erlebnisse und Aktivitäten mit Erholung verbunden sind. Hilfreich für Tappentenwechsel: „was lasse ich für diese Zeit hinter mir?“
Bei all diesen Formen ist es sinnvoll, Auszeit zu ritualisieren, damit es zur selbstverständlichen Gewohnheit wird. Welche Pausen- und Auszeitrituale hast du bereits in deinem Alltag etabliert? Welche Formen der Auszeit würdest du noch mehr in deinen Alltag integrieren?
6. Praktische Tipps für die Gestaltung von Auszeiten
□ Echte Pausen und Auszeiten ritualisieren und in den Alltag zu integrieren. Wichtig regelmäßig zu regenerieren. Tägliche, wöchentliche, monatliche und jährliche Auszeiten pflegen.□ „Muss Tun“ Modus aussteigen: bewusst zu unterscheiden zwischen „müssen“, „können“ und „wollen“. Die Verwendung des Wortes „muss“ bewusstwerden und überdenken. Statt „muss einkaufen“ besser „vernünftig wäre es, einkaufen zu gehen“.
□ 20 Minuten Auszeit: zuerst den Körper beruhigen, dann den Geist. Reihenfolge: 10 Min Spaziergang nach der Arbeit, während der Geist die Aufgabe bekommt zu beobachten und wahrzunehmen. Und erst danach 10 Min Meditation.
□ Bewusst Leerräume in der Freizeit lassen, und nicht die ganze Freizeit verplanen und durchorganisieren. Vormittag ist frei: „worauf habe ich eigentlich Lust?“, „Was würde mir jetzt Freude bereiten?“
□ Mittagspause mit Essen und Natur. Nach dem Essen raus in die Natur ein paar Schritte gehen, nur gehen, den Blick schweifen lassen, Himmel und Bäume beobachten.
□ 15 Min Pause, um den Kopf freizubekommen und den Gedanken einen Auslauf zu geben. Wichtig ohne Handy und ohne Informationen. Nur Kaffee oder Tee trinken, und einfach nur da sein. Es muss nicht jede Minute produktiv gefüllt sein.
□ Pause, um bei sich anzukommen: Anhalten, Abstand von der Aktivität gewinnen und sich fragen: „wie geht es mir gerade?“. Pausen öffnen den Raum, um sich der inneren Welt zuzuwenden.
□ Erholsamen freien Tag gestalten: langsam aufstehen, gemütlich frühstücken, spazieren gehen, etwas Schönes tun, was einem erfreut. Vormittag nur eine Sache, was guttut. Ein freier Tag braucht einen Rhythmus aus der Ruhe heraus: Ausschlafen, etwas Schönes, Leerraum, etwas Bewegung.
□ Übergangsphasen fürs Ankommen schaffen: einen Vorbereitungstag vor dem großen Urlaub. Einen Tag frei nach der Rückreise aus dem Urlaub, um Wäsche zu waschen, und den Alltag zuhause zu organisieren. Puffer und Übergänge schaffen.
□ Urlaube mit Erholung und schönen Erlebnissen gestalten: Ankommen, dann 1 bis 3 Tage Entspannen, danach Erlebnisse und Aktivitäten planen. Nicht: Ankommen – Aktivitäten und Programm abarbeiten – Heimfahren.
□ Urlaubstag gestalten: in lockeren Rhythmus mit Vormittag etwas unternehmen, Nachmittag Leerraum, um frei zu entscheiden, und Abend etwas Schönes.
□ Erlebnisreicher statt anstrengender Tag: Erlebnisse mit Luft dazwischen planen, eine Sehenswürdigkeit, wie ein besonderer Ort mit gutem Essen und mit frei herumschlendern (statt zig Sehenswürdigkeiten). Gute Kombi: ein Höhepunkt und Leerraum.
Zum Schluss wird mir bewusst, dass ich hier nichts Neues für euch geschrieben habe, dennoch hoffe ich, dass diese Betrachtung des Themas ein paar Impulse geliefert hat, um sich die eigenen Auszeiten künftig bewusster und zweckgemäßer zu gestalten. Wir leben in einer Welt, wo man für Auszeit und Erholung keine Anerkennung und keinen Lob bekommt. Pause, Muße und Ruhe sind essenziell für ein gesundes Leben, ohne es sich vorher verdienen oder rechtfertigen zu müssen. Erholung ist ein Teil unseren natürlichen Rhythmus, was wir schon fast vergessen und verlernt haben. Menschen sind individuell und jeder braucht eine andere Art von Erholung. Eine der wichtigsten Erkenntnisse für mich, während ich diesen Artikel schreibe: Freizeit ist nicht gleich Erholung & Eine Auszeit ist nicht gleich „nichts tun“, sondern eher Abstand nehmen vom dem, was uns müde macht. Die Kunst der Auszeit ist das Vertrauen auf: „Die Welt darf sich eine Weile ohne mein Zutun weiterdrehen.“
Ich hoffe sehr, dieser Artikel hat dich inspiriert und angeregt, um die eigenen Auszeiten künftig bewusster und zweckgemäßer zu gestalten.
Von Herzen gegrüßt
Deine Edith
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Edith DuschMein zentrales Anliegen ist es, Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu stärken. Ich unterstütze Mitarbeitende und Führungskräfte dabei, um ihre wahren Potenziale zu entdecken, innere Klarheit zu erlangen, persönliche Stärke aufzubauen und ihre privaten und beruflichen Herausforderungen mit mehr Selbstvertrauen zu meistern. Es ist mir wichtig, Räume zu schaffen, in denen Wachstum, Reflexion und echte Veränderung möglich sind. Im Fokus stehen Stärken, Ressourcen, Erkenntnisgewinn, individuelle Lösungen, Selbstwirksamkeit und nachhaltige Umsetzung. |
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