Wirkung der Führungskraft
Wie du innere Stärke und äußere Souveränität entwickeln kannst
Eines der Bedürfnisse der Führungskräfte ist es, als Führungskraft wahrgenommen, gesehen und anerkannt zu sein. Man möchte als Führungskraft erstgenommen und respektiert werden. Und damit eine natürliche Autorität als Führungsperson haben. Es geht um die Wirkung der Führungskraft nach außen. Diese Wirkung der Führungskraft lässt sich auf zwei Komponenten runterbrechen: die innere Stärke und die äußere Souveränität. Die beiden Komponenten lassen sich nicht trennen und stehen miteinander im Zusammenhang. Denn die innere Stärke ohne Ausdruck ist nicht sichtbar. Und die äußere Souveränität ohne innere Stabilität ist nur Fassade. Somit sind beide Komponenten nötig, um die gewünschte Wirkung als Führungskraft zu erzielen. Vielmehr ist sogar die Verbindung von innerer Stärke und äußerer Souveränität nötig, was eine authentische Führung und Vertrauen ermöglicht. Bei der Betrachtung der beiden Komponenten gilt die innere Stärke als Fundament für äußere Souveränität. Wenn man innerlich stabil ist und weiß, was man will, kann man erst nach außen klar und souverän wirken. Die Wirkung der Führungskraft entfaltet sich somit von innen nach außen. In diesem Artikel möchte ich die zwei Komponenten näher betrachten und aufschlüsseln, damit diese zwei Begriffe für alle greifbar und nachvollziehbar werden, was genau darunter zu verstehen ist.1. Innere Stärke als Fundament
Innere Stärke erkennt man am Verhalten, wie man gerade in schwierigen Situationen, wie unter Druck, bei Stress, bei Konflikten, in Zeiten der Unsicherheit und bei Herausforderungen reagiert. Ob man in schwierigen Situationen handlungsfähig bleibt. Die innere Stärke entwickelt sich nicht durch Schönwetterzeiten und nicht durch Erfolge, sondern die innere Stärke wächst durch das gelungene Bewältigen von schwierigen Situationen und durch das bewusste Verarbeiten von Rückschlägen. Je mehr das Leben uns zumutet, umso stärker werden wir. Somit entsteht innere Stärke durch Innenarbeit an äußeren Schwierigkeiten. Diese Innenarbeit erzeugt dann die äußere Souveränität und die Außenwirkung. Daher gilt die Innenarbeit – die entstandene innere Stärke - als Fundament für Stabilität und Souveränität. Was gehört zur inneren Stärke der Führungskraft dazu? Innere Stärke kann durch folgende Teilaspekte beschrieben werden:□ Klarheit über sich: was sind meine Werte, worauf lege ich wert? Wo liegen meine Grenzen? Was ist mir wichtig? Was möchte ich bewirken?
□ Umgang und Handlungsfähigkeit bei Unsicherheit, Stress und Druck: gute Strategien für Stressreduktion und Lösungsorientierung auch bei Druck und Unsicherheit haben.
□ Kritikfähigkeit und Umgang mit Fehler: einerseits die eigenen Fehler als Lernchance sehen und anderseits Kritik (ohne Beleidigung) einordnen, bewerten und als Impuls annehmen können.
□ Verantwortungsbewusstsein: die Übernahme der Verantwortung mit aktiver Eigeninitiative und selbstbestimmtem Denken und Handeln. Somit stark in der Eigenständigkeit sein.
□ Konsistenz: Konsistenz geht durch klare Werteorientierung hervor und ermöglicht ein gleichbleibendes Verhalten unabhängig davon, ob man mit Mitarbeitenden oder mit Chefetagen spricht und unabhängig davon, ob man heute oder morgen gefragt wird.
□ Unabhängigkeit von äußeren Bestätigung: die eigenen Überzeugungen, Prinzipien, Werte, das Urteilsvermögen und die Ziele ermöglichen ein selbstsicheres Handeln, ohne auf ständige Bestätigung von außen angewiesen zu sein.
□ Reflexionsfähigkeit: Reflexionsfähigkeit ermöglicht das bewusste Verarbeiten von schwierigen Situationen und das Lernen aus eigenen Erfahrungen. Was ist mir heute in meiner Führungsrolle gut gelungen? Was ist nicht so gut gelungen und was mache ich morgen bewusst anders?
□ Gelassenheit: ist die gereifte innere Stärke. Gelassenheit wird gespeist durch gewachsenes Selbstvertrauen, durch kognitive Einordnung und durch emotionale Reife.
2. Äußere Souveränität als Außenwirkung
Äußere Souveränität ist die Außenwirkung und wird durch die innere Stärke gespeist. Vereinfacht auf den Punkt gebracht lässt sich die äußere Souveränität an drei beispielshaften Verhaltensweisen der Führungskraft erkennen: 1. Bei einem Konflikt bleibt die Führungskraft ruhig und neugierig, und spricht das Konfliktthema direkt und interessiert an. 2. Beim einem Fehler kommuniziert die Führungskraft konstruktiv und lösungsorientiert. 3. Unter Druck (oder Stress) ist die Führungskraft klar und gibt Orientierung (statt hastig oder laut zu sein). Nun, was gehört zur äußeren Souveränität der Führungskraft dazu? Äußere Souveränität kann durch folgende Teilaspekte beschrieben werden:□ Klare Kommunikation und Orientierung: klare Kommunikation ist verständlich und gut auf den Punkt gebracht, ohne vielleicht und ohne Konjunktiv (sollte/hätten/täten). Sie schafft Klarheit und Orientierung für die Mitarbeitenden. Sie wissen, was Sache ist und woran sie sind.
□ Präsenz und Ruhe: die Führungskraft ist präsent, ist wirklich da bei den Gesprächen (nicht abgelenkt, nicht gedanklich woanders, nicht unkonzentriert), hört aufmerksam und in Ruhe zu (ohne ins Wort zu fallen) und nimmt passend Bezug darauf.
□ Konfliktfähigkeit: unangenehme Themen ruhig anzusprechen (statt unter dem Teppich zu kehren) und dabei zu erforschen, woran es liegt, lösungsorientiert und offen für alle Sichtweisen zu sein (nicht emotional und laut).
□ Integrität und Verlässlichkeit: Integrität ist das Rückgrat der Führungskraft und basiert auf Wertebewusstheit. Das Handeln ist an klaren Prinzipien ausgerichtet. Das Verhalten ist konsistent, woraus über die Zeit das Vertrauen und die Verlässlichkeit wachsen.
□ Entscheidungsstärke: Entscheidungsstärke ist es, klare Ansagen zu treffen, ohne Zögern und ohne Dauerabstimmung mit allen Beteiligten. Weiters die Entscheidung zu vertreten, auch Fehlentscheidungen zu verantworten, und gegeben falls korrigieren.
□ Abgrenzungsfähigkeit: die eigenen Prioritäten zu kennen, die eigenen Grenzen wahren zu können, und Nein zu sagen, ohne sich dafür zu entschuldigen. Sondern einen alternativen Vorschlag oder Möglichkeiten zu unterbreiten.
□ Selbstsicherheit und selbstsicheres Auftreten: selbstsicheres Auftreten wird von Innen - von der inneren Stabilität - gespeist und basiert auf einem guten Selbstvertrauen und guten Selbstwertgefühl (nicht Ego). Selbstsicherheit resultiert somit direkt aus der inneren Stärke.
□ Durchsetzungskraft: für die Durchsetzungskraft braucht die Führungskraft die Klarheit über Ziele und Prioritäten, die Entscheidungsstärke und den Mut auf Widerstand zu stoßen (Aushalten, dass man sich eventuell bei manchen auch unbeliebt machen könnte)
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass innere Stärke als Fundament dient und nicht mit Perfektion zu verwechseln ist. Vielmehr ist es Innenarbeit. Führungskräfte, welche an sich selbst arbeiten, kennen ihre eigenen Schwächen und Stärken, sie arbeiten aktiv an ihrer persönlichen Entwicklung, reflektieren ihr eigenes Verhalten regelmäßig und verbessern kontinuierlich ihre persönlichen Kompetenzen. Wenn man sich nur für zwei persönliche Kompetenzen entscheiden könnte, um eine bessere Wirkung als Führungskraft zu erziehen, dann sind folgende zwei Kompetenzen ausschlaggebend: Selbstführung als Basis für innere Stärke, und Kommunikationsstärke als Basis für Führung und für äußere Souveränität. Eine kleine tägliche und wirkungsvolle Mini-Routine (Dauer 10 Min) könnte sein, dass man durch Reflexion der täglichen Führungserfahrung die innere Stärke und äußere Souveränität trainiert und verbessert. Beispielsweise: Was lief heute gut? Wobei habe ich mich stark und souverän erlebt? Was lief nicht so gut? Was mache ich das nächste Mal anders und besser?
Ich hoffe sehr, dieser Artikel hat dich inspiriert und angeregt, deine Wirkung als Führungskraft gezielt zu entfalten und die beschriebenen persönlichen Kompetenzen dafür ins Blickfeld zu nehmen.
Von Herzen gegrüßt
Deine Edith
success way - menschlich | inspirierend | wirkungsvoll
|
Edith DuschMein zentrales Anliegen ist es, Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu stärken. Ich unterstütze Mitarbeitende und Führungskräfte dabei, um ihre wahren Potenziale zu entdecken, innere Klarheit zu erlangen, persönliche Stärke aufzubauen und ihre privaten und beruflichen Herausforderungen mit mehr Selbstvertrauen zu meistern. Es ist mir wichtig, Räume zu schaffen, in denen Wachstum, Reflexion und echte Veränderung möglich sind. Im Fokus stehen Stärken, Ressourcen, Erkenntnisgewinn, individuelle Lösungen, Selbstwirksamkeit und nachhaltige Umsetzung. |
|
|
Tipp one-to-one CoachingUm diese Themen zu vertiefen oder ein anderes Anliegen von dir zu erforschen, freue ich mich auf deine Kontaktaufnahme für ein Coachinggespräch. In einem kostenlosen telefonischen Vorgespräch finden wir heraus, wie es für dich passend ist. Mehr dazu unter dem Link CoachingTipp Inhouse TrainingFirmeninterne Trainings zu den Themen: 1. Persönlichkeitsentwicklung: „Potenzialentfaltung & Wachstum“, 2. Leadership Kompetenz: „Leadership und Führungsstärke“, und 3. Gesundheitsförderung: „Lebenskraft & Vitalität“ findest du in meinem Trainingskatalog unter dem Link Training |
Hinterlasse hier deinen Kommentar
Ich freue mich über deine Anregung und Rückmeldung, wie dir mein Artikel gefallen oder auch geholfen hat. Schreibe mir sehr gerne, was dich angesprochen hat und was du daraus für dich nutzen oder umsetzen konntest. Sehr gerne bin ich auch für deine Fragen da. Sehr gerne kannst du mir deinen Kommentar hinterlassen oder per Mail senden.
Kommentare werden vom Moderator freigeschaltet.